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Toshio Hosokawa, Komponist
Ich suche nach einer neuen Form spiritueller Kultur und Musik des japanischen Volkes, mit der ich sowohl mir selbst als auch meiner Herkunft treu bleibe. Wir müssen den Westen noch einmal und gründlicher studieren, um unsere Sicht auf uns zu objektivieren und uns selbst wirklich kennen zu lernen.
Toshio Hosokawa schöpft seine unverwechselbare Musiksprache aus dem Spannungsverhältnis zwischen westlicher Avantgarde und traditioneller japanischer Kultur. In tiefer Verbundenheit mit den ästhetischen und spirituellen Wurzeln der japanischen Künste wie der Kalligrafie und der japanischen Hofmusik, dem Gagaku, verleiht er der Vorstellung einer aus der Vergänglichkeit erwachsenden Schönheit Ausdruck: „Wir hören die einzelnen Töne und nehmen zugleich mit Wertschätzung den Prozess wahr, wie sie geboren werden und vergehen, sozusagen eine tönend in sich belebte Landschaft des Werdens.”
1955 in Hiroshima geboren, kam Toshio Hosokawa 1976 nach Deutschland, wo er bei Isang Yun und Klaus Huber Komposition studierte. Während seine Kompositionen sich zunächst an der westlichen Avantgarde orientierten, erschloss er sich nach und nach eine neue musikalische Welt zwischen Ost und West, mit der er spätestens ab dem Erfolg seines 2001 uraufgeführten Oratoriums Voiceless Voice in Hiroshima die großen Konzertsäle eroberte.
Toshio Hosokawa schreibt immer wieder Werke, die sich auf Naturthemen beziehen, wie das Hornkonzert Moment of Blossoming. Seit 2003 komponiert er zudem in loser Folge Voyages für Soloinstrument und Ensemble. In einigen Werken dieser Reihe kombiniert er japanische und westliche Instrumente, so in Voyages X-Nozarashi für Shakuhachi und Ensemble. Auch andere japanische Instrumente wie Shộ oder Koto setzte er in seinem rund 200 Werke umfassenden Oeuvre mehrfach ein. Viele Musiktheaterwerke von Toshio Hosokawa gehören inzwischen zum Repertoire großer Opernhäuser.
Toshio Hosokawa ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin (seit 2001) und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (seit 2012., 2006/07 und 2008/09 war er Fellow des Berliner Wissenschaftskollegs. Als Composer-in-Residence war er unter anderem beim Netherlands Philharmonic Orchestra (2013/14) Hiroshima Symphony Orchestra (2019 bis 2021), Grafenegg Festival (2021), an der Tonhalle Zürich (Creative Chair 2022) und beim Orquesta de Valencia (2025) tätig. Zu seinen zahlreichen Preisen und Auszeichnungen gehören der Japan Foundation Award (2018), die Goethe-Medaille (2021), der Berkeley Japan Prize (2023) und der BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Award (2025). Er ist künstlerischer Leiter des Takefu International Music Festivals und Artistic Director des Suntory Hall International Program for Music Composition.